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vorsicht, thrombose

Im Oktober des Jahres 2000 beginnend gingen Meldungen über Todesfälle aufgrund des „Economy Class Syndroms“ durch die Presse. Nach Statistiken von Gerichtsmedizinern sind in Australien bereitsa 18 Menschen daran gestorben. Die Existenz dieses Syndroms ist dennoch umstritten. Wissenschaftler sind mit ihren Studien zu dieser Frage zu völlig konträren Ergebnissen gekommen. Mansche halten es für erwiesen, dass es durch stundenlanges Sitzen auf den kleinen Stühlen zum Blutstau in den Adern kommt und dass diese Blutgerinnung lebensgefährlich sein kann. Komplikationen wie die Lungenembolie sind die Folge von 10 bis 20 Prozent aller tiefen Venenthrombosen.

In jedem Fall ist Vorbeugung besser. Thrombosegefahr durch Bewegungsmangel lauert auch im Zug, im Auto, Bus oder vor dem Computer. Im Flugzeug jedoch kommen als weitere Risikofaktoren zu der eingeschränkten Bewegungsfreiheit noch der niedrige Luftdruck sowie die verringerte Luftfeuchtigkeit hinzu.

Niederländische Mediziner luden 71 Männer und Frauen zu einem achtstündigen Rundfllug und zu einem gleichlangen Kinomarathon ein um dies zu untersuchen. Danach wurde bei den Fluggästen und Kinobesuchern jeweils die Blutgerinnung untersucht. Das Ergebnis war ein verstärkt auf Thromboseneigung hinweisender Blutwert unter den Flugzeugpassagieren. Da die Platzverhältnisse im Flugzeug und im Kino gleichen Bedingungen unterliegen vermuten die Wissenschaftler die Ursache im niedrigen Luft- und Sauerstoffdruck.

Risikogruppen: Allgemein gefährdet (nicht nur bei Flügen) sind ältere und übergewichtige Menschen, Diabetiker und Schwangere, Raucher und Personen mit Krampfadern oder welche die Antibabypille nehmen.

Expertenaussagen: John Belstead, Arzt am Ashford Hospital nahe des Londoner Flughafens Heathrow, behauptet das jeden Monat ein Passagier in London den Folgen des Touristenklassen-Syndroms erliegt. Er und seine Kollegen hätten in den vergangenen drei Jahren mindestens 30 Passagiere untersucht, die nach Flügen an den Folgen von Thrombose verstorben seien. Belstead schätzt, dass weltweit etwa 2.000 Menschen pro Jahr an der Flug- Thrombose sterben.

Helmut Landgraf, Berliner Arzt, fand im Auftrag der Lufthansa heraus, dass den Fluggästen, die lange sitzen zwar die Unterschenkel anschwellen aber daraus resultierend noch kein erhöhtes Thrombose-Risiko besteht.

Dr. Ernst Hollmann, Berliner Flugmediziner, meint sogar dass die heutige Economy-Klasse mit Viehtransporten vergleicht werden kann.

John Scurr vom Middlesex Hospital in London, kam zu dem Ergebnis, dass bei etwa zehn Prozent der untersuchten Personen, Passagiere, die mehr als acht Stunden geflogen sind, kleine Blutgerinnsel vorzufinden waren. Er meinte aber auch, dass keine dieser Befunde dramatisch gewesen wären, da der Körper regelmäßig solch kleine Gerinnsel bildet und wieder auflöst. Das Problem liegt nach Scurr’s Meinung darin, dass viele Passagiere an Bord zu viel Alkohol trinken und dann einschlafen.

200 Passagiere im Alter von über 50 Jahren wurden für eine Studie vor ihrem Abflug aus London und nach ihrer Rückkehr untersucht. Etwa die Hälfte der Passagiere trug während der durchschnittlichen Flugdauer von 24 Stunden Kompressionsstrümpfe. Von ihnen wies keiner nach der Untersuchung ein Blutgerinnsel auf. Anders als bei zwölf der Passagiere, die nicht solche Strümpfe trugen. Von ihnen wurden vier vorsorglich mit Medikamenten behandelt und bei acht lösten sich die Gerinnsel von selbst auf.

Vorbeugemöglichkeiten durch Passagiere: Sollten Sie zu einer der oben genannten Risikogruppen gehören, wäre es angebracht vor Abreise den Hausarzt aufzusuchen. Neben den oben genannten allgemenen Tipps gibt es noch spezifische Vorbeugemaßnahmen. Weitere Vorsichtsmaßnahmen kann eine ärztlich begleitete Prophylaxe mit Heparin sinnvoll unterstützen.

Im Tragen von medizinischen Konmpressionstrümpfen sieht Dr. Franz- Josef Schingale von der Lympho-Opt-Klinik in Hohenstadt bei Nürnberg eine effektive Maßnahme. Allerdings sollte darauf geachtet werden handelsübliche Stützstrümpfe vom Erwerb auszuschließen und klinisch getestete Kompressionstrümpfe vorgezuziehen.

Hillary Turnock, eine britische studentin von der Northumbria Universität kreierte eine neue Version von Thromboseschutzstrümpfen. Ein kleiner Ballon ist in die Strümpfe eingearbeitet, der sich durch ständiges Aufblasen und Entleeren entlang am Bein bewegt. Diese Massage regt den Blutkreislauf an und verringert somit die Thrombosegefahr